eben hats geklingelt.
ich hab besuch erwartet, also hatte ich schon eine euphorische begrüßung auf den lippen. in der tür standen allerdings zwei rosa-angezogene spießer-muttis.
ältere frau in rosa-beige (abgekürzt R): einen guten tag! wir sind [nachname 1] und [nachname 2].
erster panischer gedanke (ich hatte grade in einem buch sowas ähnliches gelesen): oh gott, sind das vermieterleute? haben die klingelschilder gelesen und wollen mich rausschmeißen, weil ich nicht im mietvertrag bin?
dann aber:
R: glauben sie, dass unsere welt einmal von jemandem wieder in ordnung gebracht werden kann?
ich: .... ääääähm.. keine ahnung....?
R: hier steht jedenfalls "blabla bis einer kommt und alles rettet blabla". was glauben sie, wer das ist?
ich: steht gerade vor ihnen wahrscheinlich jesus..
R: genaaauuu *kindergartenerzieherinnenfreude* wir wollen mit ihnen über jesus reden und zeigen, dass er die menschheit retten wird!
usw.
was fehlt solchen leuten eigentlich, dass sie sich nicht im stillen über ihre ihnen glück bringende erkenntnis freuen können? ist es nicht ein bisschen verzweifelt, wenn man versucht, andere davon zu überzeugen, dass man die einzig wahre ansicht hat? vor allem, wenn diese meinung daraus besteht zu finden, dass die welt gerade ziemlich ungut ist und hilfe braucht...
ist das nicht auch nur eine kompensation von unsicherheit? oder einfach nur arbeitslosigkeit bzw geldmangel der "gemeinde"?
interessant bei solchen leuten ist auch, dass es immer zwei sind, von denen die eine labert und die andere nur nickt und zustimmen "mhhmhh" macht und besser aussieht, als die redende.
und offensichtlich hat mein besuch mich unüberraschender weise versetzt. scheiß zecken mit zu viel metall im gesicht! sollen mal vernünftig werden und beten statt verkatert aufzuwachen und tagesplanungen zu vergessen!
brotbackmischung - 18. Feb, 16:09
Meine Güte, diesen Blog gibts ja auch noch. Auch wenn hier Stagnation herrscht. Scheinbar, offenbar, bar jeder Hoffnung.(?)
Naja gut, genug des Meckerns, schöne Grüße von mir, ich bin hier nur auf der Durchreise und Suche nach alten Beiträgen meinerseits, sowas gabs ja auch mal. Bin ja ausreichend mit meinem eigenen Blog beschäftigt, zusammen mit dem Du-weißt-schon-wer der "Förderanstalt". Scheint ja fast so, als wäre ich ein advocatus diaboli geworden. In diesem Sinne...
Mit Grüßen Paul
ptothew - 17. Jan, 18:08
Wer nach ein seichtes, lebensfrohes Hach-Gefühl schaut, sollte sich diesen Kurzfilm ansehen:
http://www.youtube.com/watch?v=Cbk980jV7Ao
.. es ist vielleicht nichts für die Fraktion unserer Klasse, die sich gerne über Dinge erhebt, die nur allzu leicht zu "durchschauen" sind. Ich find in diesem Fall aber, dass es elegant gemacht ist.
schlauch - 17. Jan, 00:17
ich frage mich immernoch welche Art Vorbild sollte Oskar (der in der Tonne) in meinen Kindertagen für mich sein?
Auf der Seite der Seesamstraße wird er liebevoll beschrieben, als einer, für denv etwas viel Wert ist, dass wertlos ist. Er wird beschrieben, als ein Chrakter der Kindern beibrigen soll, ihre negativen Gefühle zu zulassen ...
Was denkt ihr?
http://www.youtube.com/watch?v=nk4xRZ1hwM4&feature=related
:)
foenfrisur - 7. Jan, 20:21
Ich hab gerade in meinem gmailarchiv nach irgendwelchen Zugangsdaten gesucht und dabei diesen E-Brief von mir gefunden... Also ich musste lachen(kann aber auch daran liegen, dass ich mich daran erinnere wie aggro ich war als ich das mehr gehämmert als getippt hab) deswegen möchte ichs euch nicht vorenthalten.
Salve,
eigentlich bist du ja auf meiner liste der leute denen ich ein briefschen ausm urlaub schicken wollte, doch leider hab ich den namen von deinem Vater bzw. deiner mutter vergessen
--------> ich kann eure adresse nicht finden. Ist vielleicht auch ganz gut so da du ja nicht zu hause sein koenntest.
E-Mails sind so unpersoenlich, ich weis garnicht so recht was ich denn jetzt eigentlich schreiben soll :(
Ach egal ich langweile dich einfach mit einem kleinen Urlaubsbericht, WEHE DU HOERST AUF ZU LESEN!
also *raeusper* Ich sitz hier grade in phoenix und bin am adressen suchen, ja richtig, phoenix, die viel zu warme und durstfoerdernde Stadt in Arizona, USA.
Mein Oeping hat mir naemlich in endloser guete eine 2 woechige tortur, anders genannt: Urlaub, mit meiner ehrenwerter Frau Mama beschert.
Danke grossvater ...
Wo fang ich an? Naja am besten beim losfliegen, sehr spassig muss ich sagen, 9 stunden autofahrt mit den grosseltern und meiner Ma nach Frankfurt a.M.
Dann schlafen, ca. 4stunden mit restalkohol im blut.
Am naechsten morgen, hoch schnell fruehstueck in mich hineinquetschen und ab zum flughafen.
dort angekommen das uebliche, einchecken usw.
Ab in den flieger alle 2 stunden wird mir essen in kleinen Plastikboxen vorgeklatscht, ich fuehle mich wie in U-Haft nur das ich in U-Haft wenigstens eine Heizung hatte ...
Mir ist arschkalt, ich betone ARSCHKALT, Aussentemperatur geschaetzte -50 Grad, Innentemperatur gefuehlte -20 Grad.
Nach diesen erfrischenden 10 stunden sind wir in Atlanta zwischengelandet.
Jetzt bin ich in den USA, Fingerabdruck, Photos, und was ist? nach einer halben stunde schlange stehen ab in die Einzelkabine, "There is no problem, it`s just another part of the procedure." hat der grenzmann gesagt, seltsam nur das ich der einzige der letzten 80 leute war der hier nochmal genau dasselbe erzaehlen durfte.
Ein herzlicher empfang..........
Die Amis sind seeeeehr paranoid ich kann garnicht soviele "e"s schreiben wie noetig waeren.
Aufgrund der wundervollen extrabehandlung hab ich auch glatt meinen anschlussflug verpasst, da hilft nur Kaffee und warten...
warten...warten...ach endlich die dame merkt das ich meinen flieger verpasst hab jetzt geht alles ganz schnell ich muss nurnoch 5 kilometer mit der flughafen eigenen U-Bahn im Schritttempo dahinkriechen. der Waggon ist voll die leute kleben an den waenden und der schweiss verdraengt das o2 im wagen.
5 stunden flug und 30minuten taxifahrt spaeter bin ich dann endlich im hotel Ein "Hilton"hotel, ich denk mir ja super, hier kannst du dir nichtmal ne Cola kaufen.
Und ich behielt recht ein Hamburger mit Pommes 15$, die (g)astronomischen Preise im Hilton musste ich zum glueck nur 2 tage lang ertragen.
Danach gings weiter, Wir haben L.A. hinter uns gelassen und sind nach San Diego, wundervolle Sadt, doch das amerikanische Volk steht nicht grade in dem Ruf der "Sexy-devil-nation"
Beim Besuch im vergnuegungspark, Sea World, wurde ich mir dessen bewusst.
BIs dahin habe ich nur vom bikini tragenden amerikanischen Landkugelfisch gehoert, nun habe ich ihn auch gesehn.
Ich wurde beinahe wortwoertlich von der nackten Haut eines 17 jaehrigen prachtexemplars erschlagen.
Sie, oder ich nenne es besser "It" hatte ungefaehr deine groesse doch "it`s" gewicht und "it`s" volumen glichen dem Innenraum von, ja wovon eigentlich? Ich kann es nicht beschreiben, es war unglaublich, wenn du in deutschland denkst jemand ist fett, dann ist der in Amerika normal bzw. knapp an der grenze zum untergewicht.
Im Burger King sah ich dann auch des Raetsels Loseung, das Supersize Menu, Ein riesiger burger, massen an Pommes und eine Diet coke(man muss ja auf seine linie achten ^.^)
War die haeufigste bestellung.
Als ich resigniert auf einer Raucherinsel sass(Kalifornien hat Raucherinseln, keine Nichraucherbereiche, total freakig)
wollte mir eine aeltere dame hoffnung machen, sie sagte "Keep your Eyes open for a nice girl, you got these nice hair and these cute blue eyes"
ich dachte mir, Ja gerne doch madame, zeigen sie mir ein "nice girl" und ich bin sofort weg.
Doch es gab keine...man konnte ja auch nur 2 "menschen" gleichzeitig ins blickfeld nehmen...
Nun ja das wars fuers erste, schreib mir doch auch mal und blablabla.
P.S.: Ich bitte um verzeihung fuer die nicht vorhandenen umlaute, die wurden hier leider noch nicht erfunden.
Oign - 22. Okt, 21:21
äh... ich hab mich mal der kurzprosa zugewandt, versucheshalber ;)
Kalte Tage
Januarnacht. Ich stehe und spähe. Einer ist verloren, mit ihm meine Macht, meine Ruhe. Mein linker Fuß trifft rhythmisch das Pflaster. Ich bin so ungeduldig, so bedürftig. Dich kenne ich nicht, du bist mein nächtlicher Triumph. Mein Zorn treibt mich.
Das Licht der Kneipe pflastert den Gehsteig. Du sitzt drinnen und schaust raus und schweigst. Ich verschränke die Arme, lehne mich an die gegenüber liegende Hauswand.
Du bist einer von diesen Schleichern, den unsachlichen Kettenrauchern, die das was-weiß-ich-wie-vielte Bier des Abends mit einem gönnerhaften Nicken bestellen. Du wähnst dich lauernd, doch jede potentielle Beute stört deine Kreise, erschüttert dich. Du weißt nicht warum, doch du fühlst heute das Morgen und vor allem rot. (Weil mein Zorn nackt ist.)
Schnee fällt. Ich löse mich von der Wand und nähere mich der Kneipentür.
Der Asphalt, die Bühne meiner Szene, ist erfroren, du wirst ausrutschen auf deinem Weg zu mir, den du nicht antreten willst. Stopp, nicht zu weit. Hier stehe ich, die Wartende, die Zügellose, ich trete auf der Stelle. Meine Schatten werfe ich auf dich. Komm raus, komm her! Ich locke dich, leite dich, will dein Schaudern, Zittern, ich will deine Unruhe. Ich warte, dass dir klar wird, dass du spürst, dass ich nur lache, um die Augen zu schließen, dass ich nur Straßen gehe, um verwegen zu sein, um an dir vorüber und die Schnur um den Hals zu ziehen. Komm her, komm raus! Hier stehe ich, die Zügellose. (Weil mein Zorn nackt ist.)
Du siehst müde aus, nichts könnte dich überraschen. Doch, ich könnte! Du betrachtest flüchtig die letzten ausdauernden Gäste, du weißt, sie werden nie andere sein, so wie du immer derselbe bist. Du bist so stumm, nicht zaghaft, nein, nur ist nichts deine Bewegung wert. Und ich bin so ungeduldig, so bedürftig. Latsch doch endlich raus, da, durch den Türahmen, halte dich nicht mit Lässigkeiten auf.
Du erhebst dich, nimmst deinen Mantel vom Haken, packst die Zigaretten ein. Der Preis ist längst gezahlt, du hast dich noch nie umgeschaut.
Ja, komm, ich habe dich erlegt, es zieht dich zu mir. Vorfreude. Bleib still, Mädchen, verdirb nicht den Schluss! Du steckst dir eine an, wendest mir dein Gesicht zu, bläst den Rauch in meine Richtung. Jetzt gehörst du mir, meinem Zorn bist du erlegen, jetzt willst du dich daran satt trinken. Erwartung. Dann gehst du, blickst auf den Gehsteig vor dir und gehst, schlurfst durch den Schnee, der hinter dir ergraut. Ich habe mich nicht bewegt, du warst es. Januarnacht. Schnee fällt. Weil mein Zorn nackt ist, wird er sich erkälten.
Anna Wolff
Anna the Wolff - 21. Okt, 16:09
... eröffne ich hiermit ein "Oh-mann,-wenn-ich-jetzt-darüber-nachdenke-müsste-ich-da-eigentlich-gestorben-sein"-Thema.
Hier darf man sich wundern, ob
- man so ein tolles Fahrrad hat oder die Bierflasche über die man gefahren ist eine Flasche war (tut mir leid wenn das nicht lustig ist),
- die Autofahrer einen lieben Tag hatten oder einfach nicht treffen konnten,
- die Bäume oder man selber so tolle Reflexe hat,
- die eigene Intuition so toll ist oder die Straßen sich je nach Bedarf zurecht schieben,
- Fußgänger Menschen sind oder Ätherwesen, durch die man durchfahren kann,
- Treppen sich nicht in der größten Not in Fahrstühle verwandeln, weil sie Mitleid mit der Filmtrunkenheit der Treppengänger haben,
- miese Kondition nicht bloß eine Illusion ist, die diejenigen sich einbilden, die die Wahnidee des Fliegens nicht zustande bringen,
- Freunde nicht eigentlich die größte Gefahr im Leben sind,
... und
- Gott, Schutzengel oder adrenalinbedingte Instinkte existieren.
viel spaß beim wahrscheinlich nicht kommentieren.
mondblutkatze - 20. Sep, 19:52
...für die nichtexistenz gottes, sind pickel im ohr!
oder etwa nicht?!
brotbackmischung - 7. Aug, 12:34
"Was du nicht willst, das man dir tut,
das tut auch keinem andren gut,
so geh hin und trage auch den Hut,
den Kant vor Jahren einmal auf den Kopf hatte!",
das sagte Heiner; der trug den Hut.
Heiner mag keiner. Keiner trug keinen Hut,
den Heiner mal auf dem Kopf hatte.
Alle hatten alsbald Flöhe,
wegen Heiner.
Was keiner wollte, tat auch keinem Heiner gut.
So kam Heiner in den Eimer.
Zweitausend Jahre später trugen alle einen Eimer
und heiligten Heiner.
schlauch - 18. Jun, 19:24