Freitag, 14. September 2007

Der Herbst

Ein Blatt, das fällt,
der Sonne entgegen
im Schatten der sternenklaren Tage,
im loderndem Regen.

Ein Schmetterling
der die letzten Runden fliegt
im Licht der längst vergangenen Jahre
dort, wo die alte Unschuld liegt.

Und dann, ein roter Ahornbaum,
der sich dem Wind entgegenlehnt,
der immer steht, egal wie schnell
die Zeit vergeht.

Das 5 Cent Stück

Es geschah an einem goldenem Tag. Holger M. kam grad aus dem Supermarkt, als er eine unfassbare Szene mitansehen musste. Denn Holger hatte einen Cent-Stück gefunden, hob ihn auf, und steckte ihn in die Tasche. In diesem Moment kam ein kleines Kind mit Segelohren aus dem Busch gesprungen und zeigte mit dem Zeigefinger auf Holger. "Haha, du hast ihn genommen!". Holger wusste nicht recht, wie er darauf reagieren sollte. "Ja natürlich, ist doch Geld!". In diesem Moment kam ein übermäßig großes Zombiemonster aus demselben Busch auf Holger zugesprungen. "Du bist jetzt dran!", meinte das Kind nur, und rannte weg.
Das übermäßig große Zombiemonster umschlang Holger so, dass er seine kürzlich gekaufte Bildzeitung, und die 5-Minuten Terrine aus dem Schnäppchen-Regal fallen lassen musste. Holger wunderte sich nur, aber bevor er einen klaren Gedanken fassen konnte, war er bewusstlos.
Zu derselben Zeit, an einem anderen Ort, leerte Karsten G. gerade seine Mülltonne. Als Karsten den Müll schon zur Hälfte in die Tonne gekippt hatte, viel ihm etwas Merkwürdiges auf, etwas, das ihm noch niemals vorher passiert war. Karsten sah sie, die Münze, die sein Leben ändern sollte. Er nahm sie und fasste sich ans Herz: "Heute ist mein Glückstag", und lächelte.
In diesem Moment bemerkte Gerda F., als sie auf den Parkplatz des öffentlichen Supermarktes fuhr, einen kurzen Huckel. Irgendwas musste sie überfahren haben. Als Gerda F. ausstieg, um sich das Problem anzusehen, konnte sie ihren eigenen Augen nicht trauen. Sie sah den Inhalt einer 5-Minuten-Terrine auf dem Boden verteilt, daneben eine zerrissene Jogging-Hose, und tausende Schnipsel einer zerissenen Bild-Zeitung. Doch als Gerda sich fragte, was sie nun überfahren hatte, kam ihr die Antwort auch gleich entgegen. Ein kleines Kind mit Segelohren sprang unter dem Auto hervor, warf mit einer 5-Cent Münze und erhob seinen Zeigefinger auf Gerda. "Jehova!", schrie das Kind und rannte weg.
Horst H., örtlicher Müllfahrer, spürte ein undefiniertes Grummeln in seinem Magen. Dieses Grummeln, dachte er, hatte er das letzte mal gespürt, bevor ihm sein Waschbecken auf die Zehen gefallen ist. Seitdem wäscht sich Horst H. nicht mehr. Und das hat ihn auch dazu verleitet, Müllfahrer zu werden. Doch diesmal war das Gefühl in seinem Bauch ein anderes, es war stärker, intensiver, unheimlicher. Horst schloss seine Augen. Dann kam es - ein kurzes Plopp aus der Mitte seiner beiden Pobacken. Doch in diesem Moment hörte Horst auch noch etwas anderes: einen lauten Knall, sehr laut. Horst ist irgendwo gegen gefahren. Und als Horst die Augen wieder aufmachte, sah er einen übermäßig großen Zombiemonster an seiner Frontscheibe kleben. Da Horst nicht alle Tage erlebt, wie ihm ein Zombiemonster vor die Räder kommt, wunderte er sich doch sehr. Aber noch mehr wunderte sich Horst, als er ein kleines Kind mit Segelohren über die Straße gehen sah. Dieses Kind zog ein Netz hinter sich her, und in diesem Netz schienen sich drei andere Menschen zu befinden. Horst überlegte, ob er seine Mami anrufen sollte, doch dann traf ihn auch schon der Blick des kleinen Kindes. Es war ein gehässiger, teuflischer Blick, und dazu ein hämisches Grinsen. Horst sah sofort, was das Kind ihm damit sagen wollte: "Du bist auch gleich dran."
10 km weiter entfernt saß ein kleines, grünen Zombiemonster auf einem Stein und weinte. Es dachte an seinen Vaterzombiemonster und vermisste ihn schrecklich. Das Kind war schuld. Das Kind mit den Segelohren. Manchmal wünschte sich das kleine, grüne Zombiemonster, es hätte auch Segelohren. Dann könnte es sich ganz einfach durch den Wind davontreiben lassen, wegfliegen, schweben. Das kleine Zombiemonster musste eigentlich auch pinkeln. Deswegen war der Stein nass. Aber am Wichtigsten war, dass das kleine, grüne Zombiemonster eine goldene Münze in der Hand hielt. Das kleine Zombiemonster musste kurz auflachen, aber noch eher grunzen - vor Freude. Es hatte einen Schatz, einen Trost, gefunden. Das 5 Cent Stück.

Shitman - die Abrechnung

Shitman entkam nur knapp der flammenden Feuersbrunst, die sich hinter ihm auftürmte. "Wir haben sie platt gemacht" rief er erleichtert in seinen Walky-Talky, den er sich neulich im Spielwarenladen gekauft hatte. Shitman hat es wieder einmal geschafft. Er hat die Welt gerettet. Der Schweiß lief noch entlang seines gestählten Körpers, über seine harten Muskeln, auf den Boden - in Kübeln. Denn Shitman war ein Mann. Ein Mann mit Ehre. "Shitman, du musst jetzt so schnell wie möglich in die Zentrale zurück, wir haben ein Problem. Over", ertönte es aus dem Walky-Talky und Shitman wusste sofort bescheid. Cool und lässig warf er die Zigarette, die eben noch in seinem Mundwinkel steckte, nach hinten und ging in die Zentrale. Komischerweise ertönte gleichzeitig immer so eine pathetische Musik im Hintergrund, voller Kraft und Emotionen. Und Shitman fühlte sich dann immer am Besten, wenn er einfach so cool dort lang ging, mit Actionmusik unterlegt, oberkörperfrei, und hart. Shitman war hart.
Als Shitman die Zentrale erreichte, kam auch schon der Anruf von ganz oben: "Shitman, wir wollen dich auf eine Mission schicken.". Cool, dachte Shitman, wieder eine Mission. Komischerweise bekam Shitman immer nur Missionen zugeteilt, aber das kümmerte ihn nicht. "Habe verstande, Mr. President, eine Mission, wird erledigt.". Und Shitman machte sich wieder auf dem Weg, um die Mission zu erledigen. Dem einzigen Ziel entgegen zu steuern, ohne zu schlafen, ohne zu essen, nämlich seinen Auftrag zu erledigen. Der dort ist, die Mission zu erledigen. Shitman verstand dieses Handwerk wie kein anderer. Und Shitman nickte.
Eines Tages bekam Shitman Depressionen. Das lag daran, dass die Musik, die immer im Hintergrund spielte, nun eher traurig war. Immer wenn Shitman wieder einmal pathetisch, cool lang gehen wollte, ertönte nur die traurige Mondschein - Sonate. Shitman hatte seine Energie verlohren. Und das war auch ganz natürlich. Denn Shitman befand sich in der Mitte des Filmes. Dort, wo alle Helden an sich selbst zweifeln und vor unlösbaren Problemen stehen.
Doch dann hat es Schnips gemacht. Shitman war wieder fröhlich, hat die Mission erledigt, die Bösen ausgeschaltet, und nickte. Der President gab ihm einen Orden.
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Es hat mich erwischt. Aber so richtig.

Genau, ja es hat auch MICH erwischt. Gestern hab ich mich noch drüber lustig gemacht, über die amerikanischen Methoden bezüglich des Themas, die so ganz von der europäischen Natürlichkeit abweichen. Fragt mich nicht wieso, aber ich habe immer geglaubt, dass es die, die mich so umhauen, nur in Europa gibt.
Aber auch hier gibt es sie: Die Grippe.
Hemmungslos wirft sie sich jedem an den Hals, die Schlampe.
Ich trink jetzt meinen Tee aus und leg mich dann ins Bett.
(19:00 Uhr Ortszeit)

Wenn ich wieder mehr Kraft habe, antworte ich auf Mails und diskutiere das Pali-Tuch als solches.

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