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Edit: in diesem Link geht es um die Gefahren der Magersucht. Ein alleinstehender Link ohne Erklärung gilt eigentlich als Spam.
edit dazu: ich wollte nicht durch ein kommantar eine meinung dazugeben, sondern stattdessen platz zum wirken der worte/bilder lassen....
brotbackmischung - 25. Sep, 20:24
Gestern habe ich eine Oma umgefahren. Nun, es war keine richtige Oma, etwas jünger, und ich hab sie auch nicht richtig umgefahren. Aber sie hat erstmal einen actionreichen Stunt hingelegt, was wohl sehr peinlich für sie war, denn sehr viele Passanten haben ihr zugesehen. Noch peinlicher wäre es wohl gewesen, wenn ich sie danach angebrüllt hätte, von wegen sie soll nicht mitten auf dem Gehweg so ausholen und dann querstehend den Weg versperren.
Das ist ja ein alter Trick: selber aggressiv werden und so von seiner eigenen Schuld ablenken. Vielleicht hätte ich auch noch die herumstehenden Passanten anmeckern sollen. Von wegen, so ein Liter Blut auf dem Boden wär ja überhaupt kein Grund, so zu glotzen und schockiert zu tun. Und dann hätte man noch auf den Kapitalismus schimpfen können - dass früher alles besser war und dass das damals nicht passiert wäre.
Aber stattdessen war ich höflich zur Oma und sie meinte, das ist schon gut und es sei ihr nichts passiert. Außer eben dem durchgebrochenen Fahrrad, ihr amputiertes Bein, und dem Liter Blut auf dem Boden. Aber das sei nicht so schlimm, und das passiere ihr ja dauernd. Kein Wunder.
Frohen Mutes bin ich dann weitergefahren. Aufgrund dieser jüngsten Erfahrung habe ich entschieden, es wäre wohl besser, ohne Slipknot im Ohr, der Cola und den Pommes in den Händen, und dem Didgeridoo am Mund Fahrrad zu fahren. Ich musste meine Aufmerksamkeitskräfte neu umverteilen - das wird unter Fachmenschen auch Outsourcing genannt. Und zwar habe ich die Cola und die Pommes auf mein Gepäckträger outgesourcet und das Didgeridoo an der Hecklampe angebunden.
Da ich von nun an ein erfahrener Mensch war und von mir sagen konnte, ich hätte schon eine Oma umgefahren, fühlte ich mich auf einmal viel erwachsener. Von nun an hörte ich nur noch klassische Musik in meinen Kopfhörern und legte eine intellektuelle Zeitung auf meinen Lenker. Da wird man automatisch mehr respektiert, hab ich mir gedacht. Ein großes Loch in der Zeitung half mir, gleichzeitig auf die Verkehrslage zu achten und dazu noch gebildet auszusehen.
Durch dieses ganze hin und her und dem Outsourcing verlangsamte sich die Geschwindigkeit meines Vehikels dramatisch. Als ein nicht-intellektuell aussehender Mann mein Gefährt dann joggend überholte, konnte ich dies nicht auf mich sitzen lassen. "Joggen verursacht Krebs!!!" schrie ich und beschleunigte. Der Mann sah nach hinten, erkannte sofort, dass er gemeint war - und blieb aufgrund des Respekts vor meiner Intellektualität stehen. Ein Knall. Wenige Sekunden später hatte der Mann zwar kein Krebs, aber seine Arme und Beine waren outgesourcet. Ich fuhr nur lässig weiter, erinnerte mich an die Oma von vorhin und rief: "Ach, das ist nicht so schlimm, das passiert mir dauernd."
Kein Wunder.
schlauch - 25. Sep, 08:27