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Ersetzbarkeit

Menschen mit einfachen Arbeiten werden schlecht bezahlt, weil sie eben einfach sind und damit den einzelnen Arbeiter ersetzbar machen.
Nun hat sich dieser Ersetzbarkeitsbegriff aus der Arbeitswelt in die zwischenmenschlichen Beziehungen des Individuums eingeschlichen und man behauptet, ein Mensch sei für einen anderen in den meisten Fällen oder sogar immer ersetzbar.
Ihr mögt mir Wunschdenken zusprechen, wenn ich sage, dass ich es ablehne, in einer Beziehung den anderen als ersetzbar zu sehen, denn diese Denkweise, geklaut aus der Arbeitswelt und in die restliche Sphäre eingebunden durch eine zunehmende Leistungsgesellschaft, degradiert den einzelnen auf seine Bedürfnisse.
(Rationelle bzw. Pessimisten würden zwar sagen, dass er aus nichts anderem besteht, aber ganau dass ist der Punkt: Wenn man dem glaubt, dass alles ist, was ist, also eine Einheit von Denken und Sein existiert, besteht ein Mensch für mich aus mehr als Bedürfnissen, er ist mehr als die Summe seiner Teile.)
Dadurch dass einer nur aus Bedürfnissen bestünde, würde der andere nur dazu da sein sie zubefriedigen, und so sind beide degradiert. Natürlich beruht diese Beziehung auf Gegenseitigkeit.
Diese Theorie mag sich logisch anhören, wird aber deswegen durch mich abgelehnt, weil ein Mensch, wie bereits erwähnt, mehr ist. Das ganze Spektrum, die Eigenschaften, welche ich nicht für mich nutzen könnte, welche villeicht sogar hinderlich erscheinen sind doch genauso Teil dieses anderen Menschen. Er wird unersetzbar wenn ich diese Eigenschaften berügsichtige und er für mich mehr ist, als ein Leistungssubjekt.
foenfrisur - 6. Jan, 19:19

ihr seid doch bloß faul!

wenn niemand meinen eintrag kommentieren will, tue ich es eben selbst! das habt ihr nun davon!!!

brotbackmischung - 6. Jan, 21:02

nicht böse sein, okay? (=

ich komm mir unkreativ vor, wenn ich nur sowas schreibe wie
"thea, du hast recht!"
mightygurke - 6. Jan, 22:19

und ich habe meine Meinung doch auch geäußert. Aber, für immer und dich, schreibe ich auch gerne einen Kommentar:

Alles und jeder ist ersetzbar, und wir sind nicht mehr als BioChemie. Doch genau diese Bio-Chemie bringt uns dazu, uns selbst was vorzugaukeln (Werte, Gott, Selbstliebe, Monogamie), alles Illusionen derer wir uns halbbewusst sind. Da es aber mit ihnen so viel leichter und schöner ist als ohne sie behalten wir sie gerne bei, diese Fata Morganen. Indem wir uns Liebe einreden, erheben wir uns selbst über die Tiere (obwohl wir womöglich unter ihnen stehen, immerhin haben sie diese Heuchelei nicht nötig); in dem ich mir einrede, ich würde andere Menschen lieben und sie nicht nur benutzen um irgendwelche Bedürfnisse zu befriedigen (Nicht nur Sex, so simpel sind selbst wir haarlosen Affen nicht), fange ich wirklich an zu lieben, da mir diese Liebe nicht mehr eigennützig, sondern mystisch-altruistisch vorkommt. Letztendlich befriedige ich Triebe.

Ob man sich dafür jetzt selbst verachten sollte, kann man woanders diskutieren. Ich halte es für einen natürlichen Bestandteil unserer Selbst, um den wir nicht herumkommen.
schlauch - 7. Jan, 22:00

Hört auf, eure Gefühle zu hinterfragen, das führt zu nichts.
Sowohl Christoph als auch Thea mögen in ihrer Weise Recht haben. Es ist, was es ist, egal wo es hergekommen sein mag.
mightygurke - 7. Jan, 22:03

ach micha...

wenn du reale Liebe, nicht die vergötternde Liebe kennen würdest...

Außerdem hinterfragt keiner von uns seine Gefühle, höchstens die Motivationen (bzw die Triebe) derselben.
brotbackmischung - 8. Jan, 19:48

@ micha: das was du unter gefühle hinterfragen verstehst, find ich wichtig. ich weiß gerne, warum ich manche sachen mag/mache/nicht mag/... und andere nicht!
@christoph: klar befriedigt das nur irgendwelche triebe. man tut ja nur so geartete sachen. allerdings gibt es für mich auch eine art "vernunftstrieb", weil die ausübung desselben ja wiederum ein "hoho, ich bin toll und intellektuell" herbeiruft.
aber sowas schrobst du schon.
aber ich bin trotzdem meistens der meinung, dass da noch etwas mehr ist! vielleicht bin ich noch nicht genug desillusioniert für diese welt.
schlauch - 8. Jan, 22:14

Ach Gürkileinchen...

wenn dich deine unvergötternde Liebe auch inspirieren würde...

In meinen Augen wurde hier ganz klar die Authentizität (bzw. die Ersetzbarkeit) einer zwischenmenschlichen Beziehung hinter-fragt (von Liebe konkret war noch nicht die Rede), indem man ihre Motivation in-frage gestellt hat.

Man kann ein Baum Latte oder Stuhl nennen, es bleibt ein Baum. Genauso wie wir über den Grund unserer Gefühle rätseln können, ohne dass jemand je in der Lage sein wird, sie per Vernunft zu kontrollieren (außer Christoph).
Hilft es denn, wenn wir Liebe als eine Illusion bezeichnen, und wir damit aus ihr die kalte, harte Konsequenz eines simplen Fortpflanzungstriebes machen?
mightygurke - 8. Jan, 23:02

Inspirationen

sollte man zu nutzen wissen, wenn sie nur der Masturbation dienen, sind sie erbärmlich und sinnlos. Oder anders: Was die meisten jungen selbsternannten Künstler schaffen dient nur ihnen selbst, weil es nur ihren eigenen Ansprüchen genügt; es ist nicht jeder ein Schiller, der mit seiner Getriebenheit noch Jahrhunderte später Jugendliche berührt.

Dein Zynismus ist zahnlos; ich habe nie behauptet Gefühle kontrollieren zu können. Auch die Zeit, als ich das Dilemma betrachtet habe ist vorbei. Mir hilft es sehr wohl, meine Triebe als das zu erkennen was sie sind: Tierische Überbleibsel, die nicht weichen werden, egal wieviel Kultur wir auf sie laden. Das Streben nach der unerreichbaren Objektivität gehört für mich zu dem, was human ist. Wenn ich mich und meine Triebe nicht hinterfragen würde, wäre ich nicht mehr als ein Tier in Hosen.

Und ja, ich verachte Menschen zutiefst, wenn sie nicht nach Selbstverbesserung (nicht der Verbesserung des sozialen Status!) streben, sondern ihre Existenz einfach als "gott-gegeben hinnehmen".

schlauch - 9. Jan, 22:22

Sobald ein Künstler "Kunst" für eigene Ansprüche herstellt, etwa Anerkennung oder Reichtum, ist er kein Künstler mehr, sondern Handwerker, weil er sich auf fremde Maßstäbe ausrichtet, dessen Herkunft er nicht kennt. Inspiration, wie ich sie verstehe, ist der einzig wahre Weg, echte Kunst zu schaffen und sich von äußeren Maßstäben zu lösen. Schiller zu kopieren, gehört leider nicht dazu.

Um ein Missverständnis aus dem Weg zu räumen: Wenn jemand von einer Illusion redet, die er sich einredet, gehe ich davon aus, dass er sie auch wieder ausreden kann. Entschuldige meinen Irrtum.
Weiterhin: Ein Tier in Hosen, das sich human nennt, weil es sich einmal nackend im Spiegel gesehen hat, bleibt für mich ein Tier in Hosen.
Was die unerreichbare Objektivität anbelangt, haben wir hier zwei philosophische Weltvorstellungen, die aneindander prallen. Ein unerreichbares Ziel ist entweder schon erreicht (nämlich mit der Erkenntnis der Unerreichbarkeit) oder es existiert nicht. In beiden Fällen stellt sich mir die Frage, worin der Sinn der Hinterfragung liegt und inwiefern das der Huminät dienlich sein soll. Für mich ist dein Bestreben nichts weiter als ein Ideal, dass dich von einer grauen, verachtenswerten Masse von Menschen abhebt und worüber du dich definierst.

Ich bestreite nicht, dass wir -objektiv betrachtet- reine Biochemie sind, genausowenig wie unsere Gefühle -objektiv betrachtet- kulturell beladene Triebe sind. Allerdings bin ich der Ansicht, dass wir bei aller Theorie nicht vergessen sollten, das wir es sind, worüber wir reden. Menschen. Humanistisches Bestreben in aller Achtung, letztendlich ist es eine Glaubensfrage, ob wir Tiere sind, ob unsere Gefühle authentisch sind, ob wir vernünftig sind, ob wir überhaupt denken können und dürfen... es gibt keinen Spiegel, der uns die absolute Wahrheit offenbart.
brotbackmischung - 9. Jan, 22:38

fragen über fragen und eine abstruser als die andere...

dies ist grad keine produktive antwort auf die diskussion, der ich schon nicht mehr folge, sondern gedanken, die mir manchmal kommen:
kann es sein, dass unsere zu-/abneigung zu menschen einfach daher kommt, dass wir gewisse gefühle, die wir für das leben (und das universum und den ganzen rest) empfinden, auf menschen projizieren wollen?
oder gibt es vielleicht generell einen inneren wunsch zu lieben (und hassen etc)? so dass auch dann, wenn niemand da ist, den man rational gesehen mögen würde, man sich jemanden sucht auf den man das projizieren kann, einfach der auslebung des gefühls wegen?
schlauch - 10. Jan, 21:49

Yupp. Das Ich-Bewusstsein lebt vom Konflikt mit anderen. Ohne den Konflikt gäbe es kein Ich-Bewusstsein. Wir wollen ihn allerdings um alle Umstände aufrecht erhalten, weshalb wir das verteidigen, womit wir uns identifizieren, selbst wenn es nur noch bloße Gedankenkonstrukte sind.
Selbst-verbesserung fängt schon beim "Selbst" an, nämlich der Lösung vom Selbst, vom Ich, von einer Illusion, um die wir nicht umhin kommen. Verachtung ist dann allerdings überflüssig und völlig unbrauchbar, da sie dich auf den Grund deines Urkonfliktes zurückwirft.
mightygurke - 10. Jan, 01:38

Ich

gebs auf und verachte weiter stumm vor mich hin.

Anna the Wolff - 10. Jan, 12:09

ich

hab euch lieb^^

jetzt dürft ihr mich für verrückt erklären, weil ich kein misanthrop und weltverachter bin.

ich kann nur von mir sprechen: ich habe ein absolutes bedürfnis nach positiven gefühlen!

gruß, gruß!

euer hippie

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