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Der heilige Heiner

"Was du nicht willst, das man dir tut,
das tut auch keinem andren gut,
so geh hin und trage auch den Hut,
den Kant vor Jahren einmal auf den Kopf hatte!",
das sagte Heiner; der trug den Hut.
Heiner mag keiner. Keiner trug keinen Hut,
den Heiner mal auf dem Kopf hatte.

Alle hatten alsbald Flöhe,
wegen Heiner.
Was keiner wollte, tat auch keinem Heiner gut.
So kam Heiner in den Eimer.

Zweitausend Jahre später trugen alle einen Eimer
und heiligten Heiner.
Anna the Wolff - 19. Jun, 08:03

chrrrrrrrrrrr...

micha,
ich kann's net mehr sehen. bitte verschone mich mit deinen in ihrer trivialität und stümperhaftigkeit nicht einmal mehr amüsanten, sondern schmerzhaften, reimereien. tot. bitte.
liebste grüße
wolff

mondblutkatze - 19. Jun, 09:44

mhm

nja, metrisch ist es mies.
aber anna, du sollst es bitte nicht gleich als stümperhaft und trivial bezeichnen, schließlich ist alles relativ und es gibt berühmtere texte die miesere metrik und gezwungenere reime und weniger sinn enthalten.
musst es ja nicht lesen.

@micha: hast du dir dabei irgendwas gedacht?
schlauch - 19. Jun, 16:26

Es ist jawohl offensichtlich, dass eine solch übertriebene Stümperhaftigkeit aus meiner Feder nicht ernsthaft ersonnen, sondern nur erzwungen werden kann, gerade damit es die beabsichtigte Wirkung auf den Leser macht, die Anna beschrieben hat.
Dies dann mit einer angeblichen Trivialität des Autors gleichzusetzen, halte ich für falsch.
Vielmehr handelt es sich um eine Analogie, dessen stilistische Eigenwilligkeit den Gegenstand parodiert. Die Frage, die sich dabei hauptsächlich stellt, ist die: Wenn man Kreuze durch Eimer ersetzen kann, inwiefern ist dann ein Jesus ersetzbar mit Heiner, dessen Idealgesellschaft nach der kantschen Ethik dem "Himmel auf Erden" ähnelt? Und wie fehlerhaft ist der Mensch, wenn er statt der Verkündung die Person huldigt und statt des erkenntnisbringenden Hutes lieber den sichtraubenden Eimer aufsetzt, nur damit sein Hirn nicht juckt?
Anna the Wolff - 20. Jun, 08:03

liebster micha...

ich bezog mich ausschließlich auf deinen text. ich dacdhte mir sehr wohl, dass du den text absichtlich so gestaltet hast, doch siehe: "nicht einmal mehr amüsant", geschweige denn zum nachdenken anregend. wenn ich mich derart rein formal durch den text quälen muss habe ich durchaus keine lust mehr auf feinsinnige weltbetrachtungen, die du womöglich integriertest. es bleibt dabei: tot. bitte.
schlauch - 20. Jun, 13:42

liebste Anna

Mit der Lust ist es schwierig. Ich zählte es nicht zu meinen Aufgaben, deine Gehirnsynäpschen am Lachen zu halten. Freilich, mit einer solchen Einstellung wäre es auch mir nicht möglich, deinen Gedichten einen Sinn abzugewinnen. Für seine Lust ist jeder allein verantwortlich. Nichts ist qualvoller und formaler, als dem Unkünstlichem und Ungewohnten den Tod zu wünschen - womöglich noch aus Angst vor Hirnjucken.

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