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schall und rauch

Mittwoch, 18. Februar 2009

"besuch"...

eben hats geklingelt.
ich hab besuch erwartet, also hatte ich schon eine euphorische begrüßung auf den lippen. in der tür standen allerdings zwei rosa-angezogene spießer-muttis.
ältere frau in rosa-beige (abgekürzt R): einen guten tag! wir sind [nachname 1] und [nachname 2].
erster panischer gedanke (ich hatte grade in einem buch sowas ähnliches gelesen): oh gott, sind das vermieterleute? haben die klingelschilder gelesen und wollen mich rausschmeißen, weil ich nicht im mietvertrag bin?
dann aber:
R: glauben sie, dass unsere welt einmal von jemandem wieder in ordnung gebracht werden kann?
ich: .... ääääähm.. keine ahnung....?
R: hier steht jedenfalls "blabla bis einer kommt und alles rettet blabla". was glauben sie, wer das ist?
ich: steht gerade vor ihnen wahrscheinlich jesus..
R: genaaauuu *kindergartenerzieherinnenfreude* wir wollen mit ihnen über jesus reden und zeigen, dass er die menschheit retten wird!
usw.

was fehlt solchen leuten eigentlich, dass sie sich nicht im stillen über ihre ihnen glück bringende erkenntnis freuen können? ist es nicht ein bisschen verzweifelt, wenn man versucht, andere davon zu überzeugen, dass man die einzig wahre ansicht hat? vor allem, wenn diese meinung daraus besteht zu finden, dass die welt gerade ziemlich ungut ist und hilfe braucht...
ist das nicht auch nur eine kompensation von unsicherheit? oder einfach nur arbeitslosigkeit bzw geldmangel der "gemeinde"?

interessant bei solchen leuten ist auch, dass es immer zwei sind, von denen die eine labert und die andere nur nickt und zustimmen "mhhmhh" macht und besser aussieht, als die redende.

und offensichtlich hat mein besuch mich unüberraschender weise versetzt. scheiß zecken mit zu viel metall im gesicht! sollen mal vernünftig werden und beten statt verkatert aufzuwachen und tagesplanungen zu vergessen!

Dienstag, 21. Oktober 2008

Kalte Tage

äh... ich hab mich mal der kurzprosa zugewandt, versucheshalber ;)

Kalte Tage

Januarnacht. Ich stehe und spähe. Einer ist verloren, mit ihm meine Macht, meine Ruhe. Mein linker Fuß trifft rhythmisch das Pflaster. Ich bin so ungeduldig, so bedürftig. Dich kenne ich nicht, du bist mein nächtlicher Triumph. Mein Zorn treibt mich.
Das Licht der Kneipe pflastert den Gehsteig. Du sitzt drinnen und schaust raus und schweigst. Ich verschränke die Arme, lehne mich an die gegenüber liegende Hauswand.
Du bist einer von diesen Schleichern, den unsachlichen Kettenrauchern, die das was-weiß-ich-wie-vielte Bier des Abends mit einem gönnerhaften Nicken bestellen. Du wähnst dich lauernd, doch jede potentielle Beute stört deine Kreise, erschüttert dich. Du weißt nicht warum, doch du fühlst heute das Morgen und vor allem rot. (Weil mein Zorn nackt ist.)
Schnee fällt. Ich löse mich von der Wand und nähere mich der Kneipentür.
Der Asphalt, die Bühne meiner Szene, ist erfroren, du wirst ausrutschen auf deinem Weg zu mir, den du nicht antreten willst. Stopp, nicht zu weit. Hier stehe ich, die Wartende, die Zügellose, ich trete auf der Stelle. Meine Schatten werfe ich auf dich. Komm raus, komm her! Ich locke dich, leite dich, will dein Schaudern, Zittern, ich will deine Unruhe. Ich warte, dass dir klar wird, dass du spürst, dass ich nur lache, um die Augen zu schließen, dass ich nur Straßen gehe, um verwegen zu sein, um an dir vorüber und die Schnur um den Hals zu ziehen. Komm her, komm raus! Hier stehe ich, die Zügellose. (Weil mein Zorn nackt ist.)
Du siehst müde aus, nichts könnte dich überraschen. Doch, ich könnte! Du betrachtest flüchtig die letzten ausdauernden Gäste, du weißt, sie werden nie andere sein, so wie du immer derselbe bist. Du bist so stumm, nicht zaghaft, nein, nur ist nichts deine Bewegung wert. Und ich bin so ungeduldig, so bedürftig. Latsch doch endlich raus, da, durch den Türahmen, halte dich nicht mit Lässigkeiten auf.
Du erhebst dich, nimmst deinen Mantel vom Haken, packst die Zigaretten ein. Der Preis ist längst gezahlt, du hast dich noch nie umgeschaut.
Ja, komm, ich habe dich erlegt, es zieht dich zu mir. Vorfreude. Bleib still, Mädchen, verdirb nicht den Schluss! Du steckst dir eine an, wendest mir dein Gesicht zu, bläst den Rauch in meine Richtung. Jetzt gehörst du mir, meinem Zorn bist du erlegen, jetzt willst du dich daran satt trinken. Erwartung. Dann gehst du, blickst auf den Gehsteig vor dir und gehst, schlurfst durch den Schnee, der hinter dir ergraut. Ich habe mich nicht bewegt, du warst es. Januarnacht. Schnee fällt. Weil mein Zorn nackt ist, wird er sich erkälten.

Anna Wolff

Mittwoch, 21. Mai 2008

Gretel

2008-05-04

Gretel

Du trägst noch immer
den dumpfen Asphalt im Blick
und er rauscht, lacht und friert über
und das Streusalz deiner Augen
hindert dein Straucheln nicht

dir ist ganz schummerhaft, so zagig
dein Haar reißt, stolpert an dir,
und versengt dich mit dem Boden
und deine Lider brechen, splittern,
bleiben zurück
dein Souffleur flieht

Ach Liebchen. Füße weinen nicht.

Anna Wolff

Dienstag, 19. Februar 2008

Tongefäß

2008-01-29

Tongefäß

In ein Geräusch tauche ich ein
es benetzt da meine Haut.
Oh, bitte lass es nicht abperlen
wie tumbes Harfengeschmetter.
Los, wir fahren den Nil hinunter!
Wir suchen nach der Quelle
- auf meinem schwarzen Kontinent -
schlägt jemand schallenden Lärm.
In ein Geräusch tauche ich ein
und lasse mich überlaufen.

Dienstag, 12. Februar 2008

was usedom mit "lord of the flies" gemeinsam hat...

um genau zu sein: nichts. ich folge nur der brotbackmischungsidee und schreibe auf was ich mit meinen ferien anstelle und hoffe das irgendwer es mir gleichtut.
also: ich hocke auf einer insel deren ausmaße ich trotz meiner 16 jahre noch nicht kenne. ich bin im moment allein mit meinem vater der den halben tag in meiner alten schule verbringt weil er da direktor ist und auch in den ferien arbeiten muss und mit meinem bruder der den halben tag schläft, ein viertel des tages mir den computer vor der nase wegschnappt (von wegen ich hätte ja nen laptop und er könnte auch nichts dafür das papa noch kein w-lan eingerichtet hat...) und den rest des tages schlecht gelaunt ist.
nebenbei versuche ich mich an lateinvortrag (nachdem mein vater vom mann meiner ehemaligen polnischlehrerin eine deutschsprachige ausgabe des gallischen krieges besorgt hat, weil ich meine in rostock habe liegen lassen) und englischreferat (das in zehn tagen dran ist und bei dem ich mich heute für ein thema entschieden habe), male meine zimmerwände mit wasserfarben an (viel zu bunt, aber dunkler geht es leider nicht auf weißen wänden...), spiele lausige computerspiele und suche verzweifelt nach einem annehmbaren faust-monolog... goethe war und ist ein idiot, egal wie berühmt er sein mag...
und da sage noch einer usedom sei ein ferienparadies. es gibt niemanden in rostock den ich nicht vermisse, solange ich hier bin - außer vielleicht meiner kieferorthopädin...

nun ja, vielleicht inspiriert das irgendwen zu eigenen ferienbeschreibungen - oder wenigstens zu kommentaren...

Montag, 28. Januar 2008

Fegefeuer

sowas wird inspiriert von matheklausuren, alles weitere, wie inhalt und form, ergibt sich von selbst ;)

2008-01-25

Fegefeuer

Ach, schließt doch eure schwarzen Münder
Augenhöhlen tränen nicht.
Stillt endlich eure Kindeskinder
Ruhe geben heißt Verzicht

Die unachtsam versprengten Samen
wuchsen stetig an der Glut.
Die Feuer, eure Anstandsdamen
brüten Feigheit, niemals Mut.

Mit allen stumpfen Essbestecken
schab’ ich meine Glieder rein.
Pulsierend Neid und Eifersucht
werden künftig deine sein.

Anna Wolff

Ballkleid

Bevor das hier total einstaubt, stelle ich mal wieder was rein... Hoffe euch gefällt´s...

Ballkleid

Ich habe getanzt
auf dem Weg zum Ball –
bin vom Pfad abgerutscht
in den Schneesturm hinein.

Der Hut den ich trug
flog wohl zum Mond –
ich fand ihn nicht wieder
und nun ist es kühl.

Ich trug einen Ring
mit blaugrünem Stein –
der bleibt wohl versteckt
bis der Frühling ihn trägt.

Das Kleid hab ich noch
doch es ist nicht mehr neu –
der Frost fraß es an
und ließ mich nicht sein.

Ich habe getanzt
auf dem Weg zum Ball –
nun liege ich hier
und weiß nicht mal wo:

Mein Tanzpartner wurde
vom Schneesturm verweht.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

...

2007

Honigmond

Durch tropfend undichte Synapsenwälder
Schweben flüchtig Sinnesbilder
Zupfen an weiten Röckchenzipfeln
Dringen tiefer und sie kitzeln
Ein endorphinales Glucksen hervor

Rauschend hübsche Flatterwesen
Lassen Träume still genesen
Entsteigen süß überpudertem Schlummer
Und des Tagestaumels seichtem Kummer
entschwebt ein frisches Morgenrot

Mittwoch, 5. Dezember 2007

ANTHROPOMORPHE PERSONIFIKATION

TOD, DU GRINST MICH DÄMLICH AN
TOD, DU WILLST MICH MIT DIR NEHMEN
WILLST MEINEN JUNGEN HERZSCHLAG LÄHMEN
TOD, DU BIST NICHT DIE ART MANN
DER ICH MICH IN DIE ARME WERFE

Donnerstag, 29. November 2007

Realissimus

Wasserleichen, Aschehäufchen,
stranguliert, erschossen -
alle tot und ohne Gnade
schnell mit Zeit begossen.

Wirst du fallen, wirst du brennen,
wirst du krank sein oder alt,
wirst du deine Zeit verschwenden
oder lieber Zyanid?

"Ende" steht nach jedem Film,
Tod nach jedem Leben -
wie? das weiß man nie genau,
damit musst du leben.

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