schall und rauch
2008-05-04
Gretel
Du trägst noch immer
den dumpfen Asphalt im Blick
und er rauscht, lacht und friert über
und das Streusalz deiner Augen
hindert dein Straucheln nicht
dir ist ganz schummerhaft, so zagig
dein Haar reißt, stolpert an dir,
und versengt dich mit dem Boden
und deine Lider brechen, splittern,
bleiben zurück
dein Souffleur flieht
Ach Liebchen. Füße weinen nicht.
Anna Wolff
Anna the Wolff - 21. Mai, 08:35
2008-01-29
Tongefäß
In ein Geräusch tauche ich ein
es benetzt da meine Haut.
Oh, bitte lass es nicht abperlen
wie tumbes Harfengeschmetter.
Los, wir fahren den Nil hinunter!
Wir suchen nach der Quelle
- auf meinem schwarzen Kontinent -
schlägt jemand schallenden Lärm.
In ein Geräusch tauche ich ein
und lasse mich überlaufen.
Anna the Wolff - 19. Feb, 13:28
um genau zu sein: nichts. ich folge nur der brotbackmischungsidee und schreibe auf was ich mit meinen ferien anstelle und hoffe das irgendwer es mir gleichtut.
also: ich hocke auf einer insel deren ausmaße ich trotz meiner 16 jahre noch nicht kenne. ich bin im moment allein mit meinem vater der den halben tag in meiner alten schule verbringt weil er da direktor ist und auch in den ferien arbeiten muss und mit meinem bruder der den halben tag schläft, ein viertel des tages mir den computer vor der nase wegschnappt (von wegen ich hätte ja nen laptop und er könnte auch nichts dafür das papa noch kein w-lan eingerichtet hat...) und den rest des tages schlecht gelaunt ist.
nebenbei versuche ich mich an lateinvortrag (nachdem mein vater vom mann meiner ehemaligen polnischlehrerin eine deutschsprachige ausgabe des gallischen krieges besorgt hat, weil ich meine in rostock habe liegen lassen) und englischreferat (das in zehn tagen dran ist und bei dem ich mich heute für ein thema entschieden habe), male meine zimmerwände mit wasserfarben an (viel zu bunt, aber dunkler geht es leider nicht auf weißen wänden...), spiele lausige computerspiele und suche verzweifelt nach einem annehmbaren faust-monolog... goethe war und ist ein idiot, egal wie berühmt er sein mag...
und da sage noch einer usedom sei ein ferienparadies. es gibt niemanden in rostock den ich nicht vermisse, solange ich hier bin - außer vielleicht meiner kieferorthopädin...
nun ja, vielleicht inspiriert das irgendwen zu eigenen ferienbeschreibungen - oder wenigstens zu kommentaren...
mondblutkatze - 12. Feb, 13:53
sowas wird inspiriert von matheklausuren, alles weitere, wie inhalt und form, ergibt sich von selbst ;)
2008-01-25
Fegefeuer
Ach, schließt doch eure schwarzen Münder
Augenhöhlen tränen nicht.
Stillt endlich eure Kindeskinder
Ruhe geben heißt Verzicht
Die unachtsam versprengten Samen
wuchsen stetig an der Glut.
Die Feuer, eure Anstandsdamen
brüten Feigheit, niemals Mut.
Mit allen stumpfen Essbestecken
schab’ ich meine Glieder rein.
Pulsierend Neid und Eifersucht
werden künftig deine sein.
Anna Wolff
Anna the Wolff - 28. Jan, 11:33
Bevor das hier total einstaubt, stelle ich mal wieder was rein... Hoffe euch gefällt´s...
Ballkleid
Ich habe getanzt
auf dem Weg zum Ball –
bin vom Pfad abgerutscht
in den Schneesturm hinein.
Der Hut den ich trug
flog wohl zum Mond –
ich fand ihn nicht wieder
und nun ist es kühl.
Ich trug einen Ring
mit blaugrünem Stein –
der bleibt wohl versteckt
bis der Frühling ihn trägt.
Das Kleid hab ich noch
doch es ist nicht mehr neu –
der Frost fraß es an
und ließ mich nicht sein.
Ich habe getanzt
auf dem Weg zum Ball –
nun liege ich hier
und weiß nicht mal wo:
Mein Tanzpartner wurde
vom Schneesturm verweht.
mondblutkatze - 28. Jan, 07:29
2007
Honigmond
Durch tropfend undichte Synapsenwälder
Schweben flüchtig Sinnesbilder
Zupfen an weiten Röckchenzipfeln
Dringen tiefer und sie kitzeln
Ein endorphinales Glucksen hervor
Rauschend hübsche Flatterwesen
Lassen Träume still genesen
Entsteigen süß überpudertem Schlummer
Und des Tagestaumels seichtem Kummer
entschwebt ein frisches Morgenrot
Anna the Wolff - 13. Dez, 10:55
TOD, DU GRINST MICH DÄMLICH AN
TOD, DU WILLST MICH MIT DIR NEHMEN
WILLST MEINEN JUNGEN HERZSCHLAG LÄHMEN
TOD, DU BIST NICHT DIE ART MANN
DER ICH MICH IN DIE ARME WERFE
Anna the Wolff - 5. Dez, 18:16
Wasserleichen, Aschehäufchen,
stranguliert, erschossen -
alle tot und ohne Gnade
schnell mit Zeit begossen.
Wirst du fallen, wirst du brennen,
wirst du krank sein oder alt,
wirst du deine Zeit verschwenden
oder lieber Zyanid?
"Ende" steht nach jedem Film,
Tod nach jedem Leben -
wie? das weiß man nie genau,
damit musst du leben.
mondblutkatze - 29. Nov, 07:15
Es ist die ganze Welt, nein Welten die uns trennen.
In unvorstellbar stark, so schwer gekrümmtem Raum
werf ich den meinen Blick zum andern Ufersaum.
Nur schwach seh ich es dort, das ferne Licht mir brennen.
Nie könnt ich dein Gesicht, dein Leuchten je benennen,
als du in jener Nacht erschienst in meinem Traum.
Bevor du's mir gesagt, begriff ich es wohl kaum:
nach lang gegangnem Weg muss ich mich selbst erkennen
Mein Spiegel ist sehr trüb, es fällt mir schwer zu sehn
Doch sehen muss ich all’s, muss gänzlich mich verstehn
Und was ich von mir weiß, ich werd es nicht vermissen
wenn ich zu dir gelang, zum Ende dieser Zeit
bin ich mir selbst bekannt, bin ich für dich bereit.
Uns wird es nichtig sein, was uns dereinst zerrissen.
Anna the Wolff - 28. Nov, 15:53
Was unter dicken Backen summt
ist reiner Egoradikalismus.
An Nasen ziehen Gerüche entlang,
viel zu stark zum Ignorieren.
Der Quintenzirkel weiß nichts davon
das sind die duftenden Töne
des Rektums
Die besinnliche Eiche darf das frisch
gestrichne Haus nicht zertreten!
Eigentlich stinkt sie ja auch -
irgendwann bricht die Nase ab,
wie der viel zu verborgene
Sinn solch einer Phrase
Ichspiel Golff
schlauch - 23. Nov, 22:24